Eigentlich ist die Strecke ja viel kürzer, aber ich habe einen Umweg über Haparanda gemacht. Haparanda ist für mich die Spitze der Ostsee und da musste ich einfach auch einmal mit dem Fahrrad gewesen sein.
Ich bin dort noch bis zum Bahnhof gefahren und es stimmt, lieber Benjamin: Es gibt hier keine Personenzüge mehr, der Bahnhof ist in ein Hotel umgewandelt und der Zugang zu den Gleisen ist abgesperrt. Güterverkehr scheint es aber noch zu geben.
Ab Haparanda war die Strecke bis Simo zwar gut ausgeschildert, aber auch ziemlich öde. Meistens war es ein Radweg neben einer stark befahrenen Straße.
Das von Antje mitgebrachte gute Wetter hat nicht lang gehalten: Heute gab es Dauernieselregen bei Temperaturen knapp unter 20 Grad.
Antje und Dörte haben heute ein Freilichtmuseum besucht und können jetzt Saunahütten aus verschiedenen Jahrhunderten auseinanderhalten. Außerdem haben sie im Museum am Mittagessen der Mitarbeiter teilgenommen (es gibt dort wohl mehr Mitarbeiter als Besucher!) und konnten so frisch zubereitetes Rentier-Geschnetzeltes probieren.
Bei der Wahl der Unterkunft hat Dörte wieder das WM-Spiel vergessen. Auf dem Zeltplatz funktioniert kein DVBT und keine Kneipe im Umkreis von 40 Kilometern hat so lange auf, dass man dort das Spiel gucken könnte. Sie hat es aber schnell gemerkt und mit dem Auto in der Nähe einen Platz gesucht, an dem mein Fernseher funktioniert. Da fahren wir jetzt gleich hin.
Mittwoch, 7. Juli 2010
Dienstag, 6. Juli 2010
Tag 57: Sonka - Tervola, 110 km
Gestern Abend haben wir noch Abschied von der Mitternachtssonne genommen, schließlich sind wir heute wieder in Richtung Süden über den Polarkreis gefahren. Um Mitternacht stand die Sonne auch noch ziemlich hoch am Himmel und Dörte musste im Auto die Sonnenblende herunterklappen. Wir sind nämlich extra noch einmal 30 km nach Norden gefahren, um die Sonne mit Spiegelung im Fluss Ounasjoki zu fotografieren. Eigentlich war alles perfekt, wir hatten nur nicht bedacht, dass die Sonne erst um 1.22 Uhr im Norden steht und ihren tiefsten Stand hat. Also haben wir 90 Minuten gewartet, weil die Sonne noch nicht über dem Fluss stand.
Dörte hat sich von Antje eine Zigarette geschnorrt, um die Mücken zu vertreiben. Später haben wir unsere Mückennetze eingesetzt und ich habe festgestellt, dass man auch prima durch das Netz trinken kann!
Um 1.30 Uhr haben wir die Aktion dann abgebrochen, denn die Sonne stand jetzt zwar wohl voll im Norden und über dem Fluss, versteckte sich aber leider hinter Wolken.
Auf der Strecke habe ich heute Klaus aus Frankfurt getroffen, der mit dem Fahrrad über Murmansk zum Nordkap unterwegs ist. Auf seiner Website rad-fernweh.de kann man ihn verfolgen und da stehen auch Berichte über andere Touren, die man gern mal nachfahren möchte.
Antje und Dörte hatten auch einen erlebnisreichen Tag, über den sie am besten selbst berichten:
Bei uns stand zuerst "Rentierfütterung" auf dem Plan. Laut Touri-Info um 11.00 Uhr. Wir also hingefahren. Kein Mensch zu sehen, aber es gab ein Restaurant, mehrere Kotas - also haben wir mal rumgeguckt und einen Mann gesehen, der eine Schubkarre mit Birkenzweigen belud und wie der Vetter von Santa Claus aussah. Wir also hin und gefragt, ob wir bei der Rentierfütterung mitmachen könnten. Er musterte uns etwas prüfend, zuckte mit den Schultern und führte uns zu einem Stall. Seine zwei Rentiere (Mutter und Sohn), erklärte er, mögen Hitze und Mücken nicht und halten sich gern dort auf. Mit Rentiermoos lockte er dann doch eines heraus und wir konnten es füttern. Im Gespräch stellte sich dann heraus, dass wir gar nicht auf der Rentierfarm waren, sondern im "Shaman Kingdom", im Estate of Kampsuherra! Oiva Arvola, Schamane und Buchautor (Aphorismen und Sagas) führte uns durch seine Welt und trank mit uns Kaffee. Nach dem Kauf von Pässen und einem kleinen Büchlein haben wir im besten Einvernehmen Abschied genommen. (siehe auch www.kampsuherra.com)
Jan war inzwischen schon weitergefahren und hatte die Koordinaten einer schönen Badestelle durchgegeben. Er hatte aber nicht gesehen, was dort noch geboten wurde: Sandstrand (20m), Feuerstellen (Finnen machen bei jedem!! Wetter Feuer) und vor allem: eine öffentliche Teppichwaschstelle! Die finnische Hausfrau schnappt sich bei schönem Wetter die Teppiche und ihre Kinder und fährt an den Fluss. Aus dem wird Wasser gepumpt und die Kinder schrubben mit Begeisterung. Dann wird der Teppich durch eine Mangel gedreht und aufgehängt. Mindestens 50 hingen über Holzgestellen (Jan hatte sie für Saunahandtücher gehalten).
Zum Schluss noch die tägliche lappische Schamanenweisheit:
Das Leben des Menschen
ist wie Vogelscheisse
auf dem Meeresstein.
Die erste Welle spült sie weg.
PS von Jan: Es war heute 28 Grad und Dörte konnte sich am Polarkreis sonnen!
Dörte hat sich von Antje eine Zigarette geschnorrt, um die Mücken zu vertreiben. Später haben wir unsere Mückennetze eingesetzt und ich habe festgestellt, dass man auch prima durch das Netz trinken kann!
Um 1.30 Uhr haben wir die Aktion dann abgebrochen, denn die Sonne stand jetzt zwar wohl voll im Norden und über dem Fluss, versteckte sich aber leider hinter Wolken.
Auf der Strecke habe ich heute Klaus aus Frankfurt getroffen, der mit dem Fahrrad über Murmansk zum Nordkap unterwegs ist. Auf seiner Website rad-fernweh.de kann man ihn verfolgen und da stehen auch Berichte über andere Touren, die man gern mal nachfahren möchte.
Antje und Dörte hatten auch einen erlebnisreichen Tag, über den sie am besten selbst berichten:
Bei uns stand zuerst "Rentierfütterung" auf dem Plan. Laut Touri-Info um 11.00 Uhr. Wir also hingefahren. Kein Mensch zu sehen, aber es gab ein Restaurant, mehrere Kotas - also haben wir mal rumgeguckt und einen Mann gesehen, der eine Schubkarre mit Birkenzweigen belud und wie der Vetter von Santa Claus aussah. Wir also hin und gefragt, ob wir bei der Rentierfütterung mitmachen könnten. Er musterte uns etwas prüfend, zuckte mit den Schultern und führte uns zu einem Stall. Seine zwei Rentiere (Mutter und Sohn), erklärte er, mögen Hitze und Mücken nicht und halten sich gern dort auf. Mit Rentiermoos lockte er dann doch eines heraus und wir konnten es füttern. Im Gespräch stellte sich dann heraus, dass wir gar nicht auf der Rentierfarm waren, sondern im "Shaman Kingdom", im Estate of Kampsuherra! Oiva Arvola, Schamane und Buchautor (Aphorismen und Sagas) führte uns durch seine Welt und trank mit uns Kaffee. Nach dem Kauf von Pässen und einem kleinen Büchlein haben wir im besten Einvernehmen Abschied genommen. (siehe auch www.kampsuherra.com)
Jan war inzwischen schon weitergefahren und hatte die Koordinaten einer schönen Badestelle durchgegeben. Er hatte aber nicht gesehen, was dort noch geboten wurde: Sandstrand (20m), Feuerstellen (Finnen machen bei jedem!! Wetter Feuer) und vor allem: eine öffentliche Teppichwaschstelle! Die finnische Hausfrau schnappt sich bei schönem Wetter die Teppiche und ihre Kinder und fährt an den Fluss. Aus dem wird Wasser gepumpt und die Kinder schrubben mit Begeisterung. Dann wird der Teppich durch eine Mangel gedreht und aufgehängt. Mindestens 50 hingen über Holzgestellen (Jan hatte sie für Saunahandtücher gehalten).
Zum Schluss noch die tägliche lappische Schamanenweisheit:
Das Leben des Menschen
ist wie Vogelscheisse
auf dem Meeresstein.
Die erste Welle spült sie weg.
PS von Jan: Es war heute 28 Grad und Dörte konnte sich am Polarkreis sonnen!
Montag, 5. Juli 2010
Tag 56: Sonka, Besuch des Arktikums in Rovaniemi
Heute haben wir in Rovaniemi das Museum "Arktikum" besucht. Es befindet sich in einem architektonisch interessanten Gebäude, das aus einem langen doppelstöckigen Flur mit Glasdach einen Blick auf den Fluss Ounasjoki bietet.
Auf der einen Seite des Flures wird die Arktis und deren Geschichte und Entwicklung dargestellt. Auf der anderen Seite befindet sich das zentrale Museum von finnisch Lappland mit Informationen zur Geschichte der Samen. Außerdem gibt es ein "Liege-Kino", in dem man sich das Nordlicht ansehen kann.
Auf dem Weg zum Flughafen haben wir einen Halt zum Einkaufen gemacht. Dort gab es eine Pizza von lappländischer Größe, was Dörte etwas beeindruckt hat. Auf den Teller passte sie jedenfalls nicht, aber sie war knusprig und lecker.
Am Flughafen von Rovaniemi tobt das Leben, es gibt hier so etwa 10 Flüge am Tag. Der Weihnachtsmann will wohl auch mal seine Ruhe haben ...
Wir haben meine Schwester Antje mit einem Geburtstagsständchen begrüßt. Sie musste natürlich sofort die Polartaufe über sich ergehen lassen, schließlich liegt der Flughafen auf dem Polarkreis.
Antje hat gutes Wetter mitgebracht: Heute morgen regnete es noch bei 14 Grad und seit Mittag scheint die Sonne bei 24 Grad!
Auf der einen Seite des Flures wird die Arktis und deren Geschichte und Entwicklung dargestellt. Auf der anderen Seite befindet sich das zentrale Museum von finnisch Lappland mit Informationen zur Geschichte der Samen. Außerdem gibt es ein "Liege-Kino", in dem man sich das Nordlicht ansehen kann.
Auf dem Weg zum Flughafen haben wir einen Halt zum Einkaufen gemacht. Dort gab es eine Pizza von lappländischer Größe, was Dörte etwas beeindruckt hat. Auf den Teller passte sie jedenfalls nicht, aber sie war knusprig und lecker.
Am Flughafen von Rovaniemi tobt das Leben, es gibt hier so etwa 10 Flüge am Tag. Der Weihnachtsmann will wohl auch mal seine Ruhe haben ...
Wir haben meine Schwester Antje mit einem Geburtstagsständchen begrüßt. Sie musste natürlich sofort die Polartaufe über sich ergehen lassen, schließlich liegt der Flughafen auf dem Polarkreis.
Antje hat gutes Wetter mitgebracht: Heute morgen regnete es noch bei 14 Grad und seit Mittag scheint die Sonne bei 24 Grad!
Sonntag, 4. Juli 2010
Tag 55: Sonka, Besuch des Weihnachtsmanndorfes bei Rovaniemi
Heute haben wir den Weihnachtsmann gesehen. Wirklich und wahrhaftig! Ein netter Mann, der sich sogar für Fußball interessiert und uns zum Sieg der deutschen Mannschaft gestern gratuliert hat.
Mir persönlich haben allerdings die niedlichen Elfen in seinem Postamt am besten gefallen.
Insgesamt ist das ein ganz schöner Touristen-Nepp, der hier veranstaltet wird. Es gibt mehr Souvenirläden als am Nordkap und überall erklingt Weihnachtsmusik. Der Polarkreis ist im Straßenpflaster kenntlich gemacht (wird aber nicht jedes Jahr aktualisiert, inzwischen liegt er wohl ca. 120 Meter weiter nördlich).
Vor dem Besuch des Weihnachtsmannes in seinem Büro geht man durch so eine Art Zu-Fuß-Geisterbahn. Der dort vorhandene Regulator für die Erdrotation mit seinem großen Holzräderwerk entbehrt immerhin nicht eines gewissen Witzes. Leider durfte ich ihn nicht fotografieren. Wir haben lieber nicht auf den Aus-Knopf gedrückt - man kann ja nie wissen ...
Mir persönlich haben allerdings die niedlichen Elfen in seinem Postamt am besten gefallen.
Insgesamt ist das ein ganz schöner Touristen-Nepp, der hier veranstaltet wird. Es gibt mehr Souvenirläden als am Nordkap und überall erklingt Weihnachtsmusik. Der Polarkreis ist im Straßenpflaster kenntlich gemacht (wird aber nicht jedes Jahr aktualisiert, inzwischen liegt er wohl ca. 120 Meter weiter nördlich).
Vor dem Besuch des Weihnachtsmannes in seinem Büro geht man durch so eine Art Zu-Fuß-Geisterbahn. Der dort vorhandene Regulator für die Erdrotation mit seinem großen Holzräderwerk entbehrt immerhin nicht eines gewissen Witzes. Leider durfte ich ihn nicht fotografieren. Wir haben lieber nicht auf den Aus-Knopf gedrückt - man kann ja nie wissen ...
Samstag, 3. Juli 2010
Tag 54: Unari - Sonka, 77 km
Die Junggesellen-Party war gestern wesentlich ruhiger, als wir das erwartet hatten. Knapp 10 junge Männer, die zuerst in die Sauna gingen und dann bei unter 10 Grad draußen grillten. Bekleidet mit einem Sauna-Handtuch, genau wie in der Riccola-Werbung.
Die Strecke führte heute ab der Gemeindegrenze zwischen Sodankylä und Rovaniemi erst einmal für 30 km über eine Sandpiste. Die ließ sich aber mit Auto und Fahrrad ganz gut befahren. Am Ende gab es allerdings steile Hügel wie auf der Strecke nach Inari.
Dann folgte die Straße dem Fluss Ounasjoki und die Hügel wurden sanfter.
Wir sind jetzt 30 km nordwestlich von Rovaniemi und werden hier 3 Nächte bleiben, um auf meine Schwester Antje zu warten. Dörte hat eine urige Hütte gemietet und dabei gar nicht darauf geachtet, ob auch ein Fernseher fürs Fußballgucken vorhanden ist! Zum Glück funktioniert hier mein DVBT-Empfänger.
Sie hat auch gefragt, ob man hier Wäsche waschen könne. "Klar!" war die Antwort. Also Hütte bezahlt und sich dann zeigen lassen, wo man waschen kann: Ein Bottich! Elektrische Waschmaschine? War nie die Rede von!
Die Strecke führte heute ab der Gemeindegrenze zwischen Sodankylä und Rovaniemi erst einmal für 30 km über eine Sandpiste. Die ließ sich aber mit Auto und Fahrrad ganz gut befahren. Am Ende gab es allerdings steile Hügel wie auf der Strecke nach Inari.
Dann folgte die Straße dem Fluss Ounasjoki und die Hügel wurden sanfter.
Wir sind jetzt 30 km nordwestlich von Rovaniemi und werden hier 3 Nächte bleiben, um auf meine Schwester Antje zu warten. Dörte hat eine urige Hütte gemietet und dabei gar nicht darauf geachtet, ob auch ein Fernseher fürs Fußballgucken vorhanden ist! Zum Glück funktioniert hier mein DVBT-Empfänger.
Sie hat auch gefragt, ob man hier Wäsche waschen könne. "Klar!" war die Antwort. Also Hütte bezahlt und sich dann zeigen lassen, wo man waschen kann: Ein Bottich! Elektrische Waschmaschine? War nie die Rede von!
Freitag, 2. Juli 2010
Tag 53: Sodankylä - Unari, 76 km
Inzwischen frage ich mich, wann die Menschen hier in Lappland eigentlich ihre Geschäfte machen. Sommer scheint die unangenehme Jahreszeit zu sein, in der das Wasser wieder flüssig ist und man nicht mit dem Schnee-Scooter fahren kann. Da kommen keine Touristen und man kann den Laden auch gleich zumachen! Die Rentierfarm, die wir heute besichtigen wollten, war zu. Ebenso die Jugendherberge hier in Unari. Jetzt sitzen wir im Auto vor einem "Guest House", das ich als Alternative im Internet herausgesucht hatte. Da sah es nach Cottage im englischen Landhausstil aus und war immerhin unter "Hotels" aufgeführt. In Wirklichkeit sitzen wir hier bei 6 Grad im Auto vor einer ungeheizten offenen Hütte, weil es im Auto noch wärmer ist. Immerhin gibt es hier ein Plumpsklo, das ist doch schon mal ein Anfang!
An Personal ist niemand hier und nach einem Anruf wird in 2 Stunden jemand kommen und eventuell den Strom einschalten. Vielleicht schließt er uns ja auch eine Dusche auf, wenn es hier denn eine gibt ...
Ach ja, mein autonomer DVBT-Empfänger nützt mir hier in der Pampa auch nichts, weil ich keine Sender reinbekomme. Ob ich irgendwo die heutigen Viertelfinals sehen kann, ist noch unklar.
Dörte liest derweil ihre Perry-Rhodan-Romane und freut sich langsam schon wieder auf die Arbeit. 4 Wochen Lappland sind auch langsam genug. Zum Glück nimmt sie es mit Humor: "Das ist so schlimm, dass es schon wieder lustig ist!"
Update:
Inzwischen sind wir in der Hütte, die jetzt auch Strom hat. Der Elektro-Heizer funktioniert und Dörte wärmt ihre Füße daran. Im Haus soll ich in 2 Stunden auch duschen können, wenn das Wasser angewärmt ist. Und im Haupthaus soll ich auch Fußball gucken können!
Heute abend soll hier richtig die Post abgehen, denn es gibt eine Junggesellen-Abschieds-Party. Wir sind schon gewarnt worden, dass es laut werden könnte ...
Update 2:
Inzwischen ist die Besitzerin aufgetaucht. Im Gegensatz zu ihrem Mann, der am Telefon wenigstens noch mehr schlecht als recht Englisch verstand, versteht sie nur Finnisch. Dass Fußball hier Jalkapallo heißt, wusste ich ja schon, was dann zum Einschalten des Fernsehers führte. Aber offensichtlich habe ich mich im Tag vertan, denn auf TV2 gab es gar keinen Fußball zu sehen ...
Update 3:
Es gibt doch Fussball! Jedoch werden die Halbzeiten auf unterschiedlichen Kanälen gezeigt. Kurz vor dem Ausgleich klingelte Dörtes Handy und die inzwischen alarmierte Tochter des Hauses (wohnt nicht hier) fragte, wann wir frühstücken möchten. Mühe geben sie sich wirklich.
An Personal ist niemand hier und nach einem Anruf wird in 2 Stunden jemand kommen und eventuell den Strom einschalten. Vielleicht schließt er uns ja auch eine Dusche auf, wenn es hier denn eine gibt ...
Ach ja, mein autonomer DVBT-Empfänger nützt mir hier in der Pampa auch nichts, weil ich keine Sender reinbekomme. Ob ich irgendwo die heutigen Viertelfinals sehen kann, ist noch unklar.
Dörte liest derweil ihre Perry-Rhodan-Romane und freut sich langsam schon wieder auf die Arbeit. 4 Wochen Lappland sind auch langsam genug. Zum Glück nimmt sie es mit Humor: "Das ist so schlimm, dass es schon wieder lustig ist!"
Update:
Inzwischen sind wir in der Hütte, die jetzt auch Strom hat. Der Elektro-Heizer funktioniert und Dörte wärmt ihre Füße daran. Im Haus soll ich in 2 Stunden auch duschen können, wenn das Wasser angewärmt ist. Und im Haupthaus soll ich auch Fußball gucken können!
Heute abend soll hier richtig die Post abgehen, denn es gibt eine Junggesellen-Abschieds-Party. Wir sind schon gewarnt worden, dass es laut werden könnte ...
Update 2:
Inzwischen ist die Besitzerin aufgetaucht. Im Gegensatz zu ihrem Mann, der am Telefon wenigstens noch mehr schlecht als recht Englisch verstand, versteht sie nur Finnisch. Dass Fußball hier Jalkapallo heißt, wusste ich ja schon, was dann zum Einschalten des Fernsehers führte. Aber offensichtlich habe ich mich im Tag vertan, denn auf TV2 gab es gar keinen Fußball zu sehen ...
Update 3:
Es gibt doch Fussball! Jedoch werden die Halbzeiten auf unterschiedlichen Kanälen gezeigt. Kurz vor dem Ausgleich klingelte Dörtes Handy und die inzwischen alarmierte Tochter des Hauses (wohnt nicht hier) fragte, wann wir frühstücken möchten. Mühe geben sie sich wirklich.
Donnerstag, 1. Juli 2010
Tag 52: Sodankylä, Wanderung zur Amethystmine Lampivaara
Etwas spontan haben wir uns heute morgen entschlossen, noch einen Tag in Sodankylä zu bleiben, um die Amethystmine bei Luosto zu besuchen. Wir konnten das gleichzeitig mit einer Kammwanderung über Finnlands südlichstes Gebirge verbinden. Der Weg war zwar nur 7,5 Kilometer lang, wegen der vielen Geröllpassagen, die wir passieren mussten, jedoch sehr anstrengend.
Das Wetter schlug von sonnig zunächst auf Nieselregen und später auf Dauerregen um, was die Wanderung weiter erschwerte. Die Mücken ließen sich vom Regen aber nicht beirren und waren weiter aktiv und stechfreudig, so dass Dörte wieder ihren "Raumanzug" angezogen hat.
Trotzdem hat die Wanderung Spaß gemacht und wir haben die tolle Aussicht genossen.
Am Ende wartete die Amethystmine - es ist übrigens die einzige in Europa. Wir hatten eigentlich eine professionell organisierte Touristenattraktion erwartet, stattdessen fanden wir einen Kleinbetrieb mit 7 Mitarbeitern vor, zu dem man 2,5 km Fußanmarsch hat, wenn man ihn besichtigen will. Eigentlich lohnt der Abbau nicht so richtig, denn in Brasilien kann man hochwertigeren Amethyst mit weniger Aufwand und billigeren Arbeitskräften gewinnen. Die Mine wurde 1985 gegründet und gewinnt nur soviel Amethyst, wie für die lokale Schmuckherstellung gebraucht wird. Außerdem gibt es Führungen, bei denen man auch selbst nach Edelsteinen graben darf.
Der Abbau geschieht im Tagebau, d. h. man steht mit Pickel in der Hand am Hang und durchsucht das Erdreich. Der vorangegangene Regen hat uns das Finden erleichtert, denn die Amethysten glitzerten im Sonnenschein.
Zu unserer Ausbeute zählte auch ein dreifarbiger Amethyst, der bisher nur hier gefunden wurde. Bei den Samen durften diese Steine früher nur von Schamanen getragen werden.
Auf der Anfahrt haben wir ein Rentier gefilmt, um einmal zu zeigen, wie blöde diese Tiere sein können. Sie laufen vor dem Auto her und können sich nicht entscheiden, auf welcher Seite sie im Wald verschwinden wollen (Video 5MB).
Das Wetter schlug von sonnig zunächst auf Nieselregen und später auf Dauerregen um, was die Wanderung weiter erschwerte. Die Mücken ließen sich vom Regen aber nicht beirren und waren weiter aktiv und stechfreudig, so dass Dörte wieder ihren "Raumanzug" angezogen hat.
Trotzdem hat die Wanderung Spaß gemacht und wir haben die tolle Aussicht genossen.
Am Ende wartete die Amethystmine - es ist übrigens die einzige in Europa. Wir hatten eigentlich eine professionell organisierte Touristenattraktion erwartet, stattdessen fanden wir einen Kleinbetrieb mit 7 Mitarbeitern vor, zu dem man 2,5 km Fußanmarsch hat, wenn man ihn besichtigen will. Eigentlich lohnt der Abbau nicht so richtig, denn in Brasilien kann man hochwertigeren Amethyst mit weniger Aufwand und billigeren Arbeitskräften gewinnen. Die Mine wurde 1985 gegründet und gewinnt nur soviel Amethyst, wie für die lokale Schmuckherstellung gebraucht wird. Außerdem gibt es Führungen, bei denen man auch selbst nach Edelsteinen graben darf.
Der Abbau geschieht im Tagebau, d. h. man steht mit Pickel in der Hand am Hang und durchsucht das Erdreich. Der vorangegangene Regen hat uns das Finden erleichtert, denn die Amethysten glitzerten im Sonnenschein.
Zu unserer Ausbeute zählte auch ein dreifarbiger Amethyst, der bisher nur hier gefunden wurde. Bei den Samen durften diese Steine früher nur von Schamanen getragen werden.
Auf der Anfahrt haben wir ein Rentier gefilmt, um einmal zu zeigen, wie blöde diese Tiere sein können. Sie laufen vor dem Auto her und können sich nicht entscheiden, auf welcher Seite sie im Wald verschwinden wollen (Video 5MB).
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